Looney Quest im Test – Jump’n’Run als Brettspiel

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Plattformer, oder sogenannte Jump’n’Runs, kennt wohl jeder von uns in digitaler Form. Super Mario, Kirby oder Rayman sind nur ein paar der bekanntesten Protagonisten aus diesem Genre. Laurent Escoffier und David Franck versuchen dieses Konzept in Brettspielform als Looney Quest in Deutschlands Wohnzimmer zu bringen. Wie gut das funktioniert, erfahrt ihr in unserem Test.

Worum geht’s eigentlich?

foto-looney-quest-01König Fedoor aus der wundervollen, wie seltsamen Welt Arkadia steht ohne Erben da und daher ruft er zu einem großangelegten Wettstreit auf, dessen Sieger ihn auf seinem Thron beerben soll. Gewinnen soll der, der sich als größter Abenteurer erweist und die sieben von Loonies bewohnten Welten am besten meistert. Aber Vorsicht, nicht nur die Loonies versuchen einen das Leben schwer zu machen, auch die Gegner können mit fiesen Tricks zum Stolperstein werden.

Umfang und Spielablauf

Als das Spiel auf meinem Tisch landete hatte ich mich schon ein wenig gefragt, wie man denn ein Jump’n’Run als Brettspiel umsetzen könnte. Wie es im Falle von Looney Quest gemacht wurde, hat mich allerdings schon ein wenig überrascht. Denn man bewegt keine Spielfigur durch Level, nein, man malt sich durch die sieben Welten mit jeweils sechs Leveln und zwei Bonusleveln. Dazu bekommt jeder der zwei bis fünf Mitspieler eine Unterlage und durchsichtige Folie, der sogenannte Bildschirm, sowie einen Stift mit integrierten Schwamm zum Säubern. Die Spielschachtel dient dabei Als Spielkonsole, auf der das jeweilige Level aufgelegt wird und für jeden gleichermaßen sichtbar sein sollte. Unten rechts ist jeweils ersichtlich was für eine Art Level es sich handelt und wie man Erfahrungspunkte sammelt foto-looney-quest-08beziehungsweise diese wieder verlieren kann. Es gibt dabei drei Arten von Leveln. Die häufigste ist, dass man eine durchgehende oder mehrere Linien zeichnen muss. Dazu gibt es noch Level, bei denen man die Objekte der Begierde einkreisen oder mit einem Punkt markieren muss.

Und schon geht’s los. Die beiliegende Sanduhr wird umgedreht und jeder hat 30 Sekunden Zeit sich je nach Art auf seinem Bildschirm durchs Level zu bewegen. Dazu müssen Erfahrungspunkte eingesammelt werden, indem man zum Beispiel Kisten getroffen oder goldene Kugeln eingekreist hat. Klingt einfach? Ist es aber gar nicht. Man braucht schon ein gutes Auge, dass man beim Versuch so viele Erfahrungspunkte zu sammeln wie möglich, nicht auch noch eines der bösen Loonies oder die Levelbegrenzungen berührt. Passiert es doch, und das geht sehr schnell, da die möglichen Wege teilweise sehr eng sind, muss man leider Einbußen hinnehmen. Neben Erfahrungspunkten gibt es zusätzlich noch Bonus- und Strafplättchen einzusammeln. Während man erstere versuchen sollte einzusammeln, macht man um die Strafplättchen lieber einen Bogen. Mit den Bonusplättchen kann man seinen Gegnern Streiche spielen, wie Bananenschalen auf den Bildschirm schmeißen, die umkurvt werden müssen, oder einen Moskito auf den Hals hetzen, der auf dem Stift balanciert werden müssen. Mit den Bonusplättchen kann man aber auch sich selbst vor Strafpunkte bei berührten Hindernissen schützen oder sich gleich zusätzliche Erfahrungspunkte verschaffen. Strafplättchen dagegen machen, sofern man nicht das richtige Bonusplättchen hat, um es an einen Gegner weiterzureichen, einem selbst das Leben schwer. Diese können auch fies kombiniert werden, wenn man im Level zuvor gleich mehrere der Strafen eingesammelt hat. Beim Probespielen war beispielsweise die Kombination aus mit Links (bzw. mit Rechts bei Linkshändern) und dem Malen mit durchgestreckter Armbeuge äußerst beliebt bei allen, die nicht betroffen waren.

Ist ein Level vorbei, legt jeder Spieler nacheinander seine Zeichnung auf die Spielkonsolen und es wird geprüft wie viele Punkte man gesammelt hat und setzt seine Spielfigur auf der Punkteskala entsprechend weiter, Minuspunkte gibt es nicht. Gewonnen hat am Ende der, der die meisten Erfahrungspunkte auf seinem Konto hat. Besonders der Moment der foto-looney-quest-04Auflösung sorgte immer wieder für Gelächter bei uns. War man sich vorher noch recht sicher, gut durchs Level gekommen zu sein, sieht das auf der Spielkonsole gar nicht mehr so gut aus. Ich habe zum Beispiel noch mal feststellen dürfen, dass ich mit Links quasi behindert bin. Die Kontrolle ist komplett weg und so standen am Ende auch keine Punkte auf der Habenseite.

Gespielt werden kann Looney Quest im Normalen- oder Arcade-Modus. Der einzige Unterschied ist hierbei allerdings nur, dass beim Aracade-Modus vor jedem Level ein Strafplättchen gezogen wird, welches dann für alle Gemeinsam gilt. Egal welche Variante man spielt, es ist sehr Einsteigerfreundlich. Das Spiel ist schnell verstanden und bereits nach den ersten beiden Leveln weiß man was man zu tun hat. Aufgrund der sieben Welten und zahlreichen Level bietet das Spiel neben einem hohen Wiederspielwert, auch viel Abwechslung, da pro Spielrunde immer nur eine Welt ausgespielt wird.

Die Stifte sind qualitativ der einzige Schwachpunkt

foto-looney-quest-06Qualitativ kann das Spiel absolut überzeugen. Die Unterlagen und Bonus- als auch Strafplättchen bestehen aus dicker und robuster Pappe, die auch Kinderhänden locker standhalten. Auch die dünnen, aber mit Lack überzogenen und somit reißfesten Levelkarten werden sich nicht so schnell unterkriegen lassen. Die Bildschirme, also die durchsichtigen Folien auf die man malt, werden irgendwann ihre Rückstände bekommen. Diese sollte man von Zeit zu Zeit mal mit warmen Wasser und Spülmittel reinigen. Der einzige Schwachpunkt sind leider die Stifte. Zum einen haben die direkt nach dem ersten spielen ein wenig gesifft, zum anderen habe ich keine Ersatzstifte gefunden, die man besorgen könnte, wenn die Erstausstattung mal leer oder eingetrocknet sein sollte. Zwar wird man Ersatz hinsichtlich der Beschreibbarkeit der Folien finden, aber wird man dann wohl die Moskitos bei den Bonusplättchen aussortieren müssen.

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Looney Quest
Umfang 80%
Spielspaß 85%
Optik 82%
Einsteigerfreundlich 90%
Langzeitmotivation 80%
83%
Readers Rating 0%
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Ein Jump’n’Run als Brettspiel, klingt verrückt, aber im Falle von Looney Quest funktioniert das ziemlich gut. Die Level sind Abwechslungsreich und die Ergebnisse beim Malen sind unterschiedlicher, als man vielleicht denkt. Nicht selten sind wir beim Spielen in lautes Gelächter ausgebrochen, besonders, wenn mal wieder jemand mit seiner schwachen Hand den Filzstift schwingen musste. Geeignet ist das Spiel für die ganze Familie, aber auch für die Spielrunde unter Freunden. Einziges Manko sind die Stifte, deren Qualität etwas zu wünschen übrig lassen.

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About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

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