Nintendo Switch – Wir schalten auf die Next Gen

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Schauen wir erstmal kurz zurück in die Vergangenheit. Schon relativ kurz nach dem Start war klar, die Wii U wird nicht gerade Nintendos größter Erfolg. Sie würde es sogar schwer haben den Gamecube einzuholen. Vielleicht war das der Hauptgrund warum Nintendo bereits frühzeitig von möglichen Nachfolgern redete, nämlich Project Fusion. Project Fusion sollte im Mindesten auf Betriebssystem- und Softwareseite Handheld und Heimkonsole enger miteinander verzahnen. Identische Schnittstellen und Betriebssysteme sollten es Entwicklern leicht machen, Spiele sowohl für unterwegs als auch den großen Bildschirm zu entwickeln.

Der ein oder andere dachte bereits da an die Möglichkeit, dass eine neue Nintendo Konsole Mobil- und Heimbereich vereinen könnte. Alles in allem blieb die Gerüchteküche aber noch ruhig, zumindest bis der mittlerweile verstorbene Satoru Iwata, ausgerechnet auf einem Investorenmeeting und erstaunlich beiläufig, eine neue Konsole mit dem Decknamen Nintendo NX ankündigte. Das sollte natürlich kein Nachfolger für irgendwas werden, sondern dem Konsumenten eine ganz neue Erfahrung zu bieten.

Mehr braucht es eigentlich auch nicht, um die Gerüchteküche zum Brodeln zu bringen. Zwei Buchstaben und ein regelmäßiges ‚zeigen wir später‘ reichten, um Nintendo trotz mäßiger Verkaufserfolge, VR, Konsolen-Updates und mehr im Gespräch zu halten. Endlose Diskussionen um Leistungsfähigkeit und Marktchancen inklusive. Bis zum 20. Oktober, da reichte ein drei Minuten und 37 Sekunden langer Teaser-Trailer um jede, wirklich jede große Webseite von Nintendo Switch berichten zu lassen. Und damit sind nicht mal Videospielseiten gemeint. Zeit, Spiegel, Times schenkten Nintendos neuer Konsole genauso Aufmerksamkeit wie Mirror, Sun und Bild.

Warum eigentlich? Gamechanger?

Eines machen die ersten paar Sekunden des Trailers klar. Die Nintendo Switch ist anders und soll trotz Tablet bloß nicht zu sehr an ‚die Konsole mit dem komischen Gamepad‘ erinnern. Wer sich intensiver mit Hardware und den Gerüchten zur bisherigen NX beschäftigt hat, weiß auch sehr schnell, mit PlayStation 4 oder gar Xbox Scorpio wird Nintendo bei der Rechenpower nicht mithalten können. es wurde auch oft genug betont, dass man das gar nicht will. Bereits im Vorfeld hatte nicht nur Yves Guillemot von einem echten Gamechanger gesprochen, durfte aber natürlich nicht mehr dazu sagen.

Zu Anfang des Trailers sieht man einen jungen Mann im Wohnzimmer sitzen, der The Legend of Zelda – Breath of the Wild am Fernseher spielt. Nun will aber der Hund raus und das doch merkwürdig aussehende Pad wird auseinandergenommen, die Seitenteile mit Sticks und Buttons an ein Tablet gesteckt, dieses aus der Dockingstation genommen und das Bild am Fernseher ist weg.

Hier liegt bereits ein ganz großer und gravierender Unterschied zur Wii U. Kein Wiimote Gefuchtel, aber auch kein verwirrender zweiter Screen, zumindest wenn man die Konsole am Fernseher nutzt. Ebenso wenig ist irgendwas von Touchscreen oder Stylus zu sehen, wobei es hier davon auszugehen ist, das der Display des mobilen Teils touchfähig sein wird. Während der junge Mann mit dem Hund also im Morgengrauen auf der Parkbank sitzt, fröhlich weiter Zelda spielt und sein Hund nebenbei bemerkt spurlos verschwunden ist, wird uns klar, dass die Nintendo Switch neben der Heimkonsole auch ein reinrassiger Handheld ist.

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Weiter geht’s am Flughafen mit jungen Erwachsenen die zufälligerweise mit dem mobile Teil der Nintendo Switch am Flughafen treffen, was ein kleiner Hinweis darauf sein könnte, dass es eine ähnliche Funktion geben wird, wie wir es mit dem Streetpass-Feature vom 3DS kennen. Hier bewahrheitet sich dann auch ein weiteres Gerücht, welches bereits länger durchs Internet geisterte. Statt BluRays wird die Konsole tatsächlich wieder mit Cartridges gefüttert. Von der Größe erinnern diese stark an die, die wir bereits vom DS und 3DS kennen. Auch praktisch, als es sich unser Protagonist aus dem Trailer im Flugzeug gemütlich macht, nimmt er kurzerhand die beiden angesteckten Seitenteile ab und nutzt die sogenannten Joy-Cons bei ausgeklappten Standfuß gemütlich und kabellos als Controller. Und wenn man genau hinsieht, als der Protagonist seine Kopfhörer einsteckt, kann man einen vierpoligen Stecker sehen, der auf den langersehnten Headset-Support hinweist.

screenshot-nintendo-switch-04Sonst noch was? Ja. Die nächste Ladung Testimonials darf uns direkt mal verdeutlichen, dass auch jeweils einer mit einem Joy-Con im NES-Stil spielen darf. So wird aus einem Nintendo Switch schnell eine Multiplayer-Session mit einem Freund. Ob der Rest im wahren Leben ebenso begeistert zuguckt wie die im Trailer Zusehenden, muss dagegen abgewartet werden. Noch eine fröhliche Werbetruppe später, darf dann an zwei Geräten gegeneinander gezockt werden. Es gibt also einen System Link, und zwar Wireless.

Schließlich und endlich dürfen uns die Pro Gamer noch den sogenannten Pro Controller zeigen. Der erinnert nun eher noch mehr an ein Xbox-Pad, übernimmt er doch das gleiche Basislayout. Der Pro Controller der Wii U orientierte sich vom Button-Layout noch an Sonys DualShock-Controller.

Tatsächlich verrät der Trailer auch zwischen den Zeilen eine ganze Menge. Die Dockingstation hat mindestens zwei USB Ports und die Joy-Cons verfügen dank Wireless Nutzung über eigene Akkus. Trotz des kurzen Trailers wird aber auch klar, Nintendo bricht mit Wischen, Fuchteln und Tatschen. Controllerchaos, halbherzig genutzte Features und Bedienung einer abwandernden Zielgruppe gehörten in den letzten Jahren aber zu den größten Kritikpunkten am Konzern aus Kyoto.

Auch das gezeigte Softwareaufgebot ist zumindest etwas anders. Klar, Mario Kart sowie ein neues 3D Mario sind ebenso unausweichlich wie ein neues Zelda, wobei Breath of the Wild auch noch für Wii U erscheinen wird. Nach beachtlichem Verkaufserfolg und mit Blick auf eSports ist Splatoon wohl ebenso Naheliegend. Überraschender kommen NBA und Skyrim. Zwar hat Bethesda bei letzterem betont, dass der Trailer nicht als Ankündigung des Titels zu verstehen ist, aber screenshot-nintendo-switch-05da Skyrim in wenigen Tagen für die Xbox One und PlayStation 4 auf den Markt kommt, ist ein Port für die Nintendo Switch gar nicht so unrealistisch.

Natürlich wäre Switch nicht die erste Nintendo Konsole die zum Start von den großen Publishern unterstützt wird und dann irgendwann ohne deren Spiele auskommen muss. Switch könnte hier aber ganz massiv vom mobilen Ansatz profitieren. FIFA oder Call of Duty auf dem Pausenhof? Auf der Geschäftsreise? Während der klassischen Pendler Bahnfahrt? Abhängig vom Softwareausstoß könnte Nintendo gerade hier vom eigenen Konzept profitieren, dem praktisch nahtlosen Wechsel zwischen Heimkonsole und Handheld.

Natürlich wären da auch noch all die japanischen Spielehersteller, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr auf den mobilen Markt konzentriert haben, eben Smartphone und Handheld. Zwar ist vieles davon außerhalb Nippons eher Nische, die Menge an unterschiedlichsten Titeln könnte Switch aber schon alleine für all jene reizvoll machen, die ein Bravely Default nicht am Handheld sondern an der Heimkonsole spielen wollen.

Wii put U out and Switch on

Tatsächlich war mit Blick auf Nintendos Absatzplanung klar, die Wii U ist bei allen Versprechungen am Ende. Seit Jahresbeginn hätte man in Japan mehr Wii U verkaufen können als tatsächlich in die Läden kamen. Im Rest der Welt mag der Abverkauf vielleicht nicht ganz so gut laufen, große Lieferungen scheinen aber auch hier auszubleiben. Kurzum, trotz lange Zeit gegenteiliger Behauptungen ist Switch der Wii U-Nachfolger. Nintendos neue Heimkonsole, aber eben auch ein Handheld. Offiziellen Aussagen zufolge soll die Nintendo Switch aber nicht auch den 3DS ablösen. Die Aussage ist verständlich, Nintendos Handheld ist zwar nach einigen Jahren am Markt auf dem absteigenden Ast, nach wie vor aber erfolgreich. Gleichzeitig sind entsprechende Aussagen altbekannt. Der DS beispielsweise sollte auch kein Ersatz für den Gameboy Advance werden, lange überlebt hat er trotzdem nicht mehr.

Die Frage ist also, wie lange wird der 3DS noch mit Software unterstützt und bekommt er einen eigenen Nachfolger? Das wird zwar ganz sicher auch vom Erfolg von Switch abhängen, macht einen reinen Handheld aber trotzdem screenshot-nintendo-switch-07unwahrscheinlicher. Sollte aber trotzdem noch mal ein eigenständiger Handheld von Nintendo kommen, wird er dank Project Fusion, also Nintendos Bemühungen der letzten Jahre, eng mit Switch verwandt sein. Kurzum, auf die ein oder andere Weise zeichnet sich auch bei Nintendos Handheld ein Wechsel ab. Und sehr wahrscheinlich wird auch hier zukünftig Switch tonangebend sein.

Damit kann Nintendo auch eines der aktuell größten eigenen Probleme angehen, konstanten Softwarenachschub. Bereits mit dem Wechsel auf den 3DS hatte der Mario-Konzern Schwierigkeiten, durchgehend Spiele zu liefern. Die Wii U hat die Problematik noch weiter verschärft. Nintendo hatte massiv am späten Wechsel auf HD zu knabbern, stieg der Arbeitsaufwand doch enorm und aufgrund des fehlenden Dritthersteller supports, musste man diesen fast alleine stemmen. Project Fusion sollte genau hier ansetzen und Entwicklungen zwischen mobiler und Heimsparte schneller, einfacher und auch kosteneffizienter zu gestalten. Faktisch liefert Switch nun ein Spiel für Überall. Damit umschifft Nintendo direkt zwei Probleme. Man braucht keine zwei Mario Kart und Smash Bros mehr entwickeln, es muss kein Super Mario Maker oder Yoshis Woolly World für unterwegs nachgereicht werden.

Gleichzeitig kann man dadurch mehr unterschiedliche Titel anbieten, denn ein Team das nicht mehr an einem Port sitzt hat für andere Projekte Zeit. Und wer keine zwei Mario Karts entwickeln muss, der kommt vielleicht auch mal zu einem F-Zero, was in der Fangemeinde immer wieder gefordert wird. Auch neue IPs wie zuletzt Splatoon sind wieder im Bereich des möglichen. Denn auch Nintendos Ausstoß an neuen Marken hat an der Situation der vergangenen Jahre gelitten. Gleichzeitig verdeutlicht die Farbspritzerei wie kein anderes Spiel, dass es Nintendo noch drauf hat. Und sogar escreenshot-nintendo-switch-02xtrem erfolgreich Nischen besetzen kann, die vorher nicht existierten. Eins ist aber sicher, die überaus erfolgreichen Amiibo Figuren werden auch von der Nintendo Switch unterstützt, was mittlerweile von Nintendo bestätigt wurde und wer aufgepasst hat, wird sie auch in Trailer entdeckt haben.

Interessante für uns Spieler dürfte aber noch ein ganz anderer Punkt werden. Wir entscheiden endlich, was wir wo spielen. Skyrim unterwegs darf hier, für Spiele die es bisher nicht unterwegs gab, als Synonym genommen werden. Man kann den Spieß aber eben auch umdrehen. Japanische Rollenspiele wie das oben genannte Bravely Default, aber auch Nintendo-Titel wie Pokemon, waren in den letzten Jahren primär auf mobilen Geräten unterwegs. Es gibt aber auch ein Publikum das genau diese Spiele lieber zu Hause spielen will. Switch schaltet hier tatsächlich um und könnte eben der große Gamechanger werden.

Die Hardware: inTEGRAtiv

PlayStation 4 Pro oder bessere Wii U, in den vergangenen Monaten wurde so ziemlich alles an Hardwaeleistung in Gerüchten gestreut was man sich vorstellen kann. Vorweg, rein von der Power her dürfte Switch keine Bäume ausreißen. Diese Tatsache dürfte aber nicht überraschen, da man zuletzt während der E3 noch einmal betonte, das Hardware-Rennen nicht mitmachen zu wollen.

Aber gucken wir uns die Hardware doch erstmal von außen an. Die Dockingstation, in die man das mobile Teil der Nintendo Switch stellt, hat an der Seite zwei USB-Slots. Und die wiederum verraten uns einiges über die Größe von Dock und Tablet. So dürfte die Dockingstation elf bis zwölf Zentimeter hoch sein und ungefähr 19 bis 20 breit. Die Tiefe ist da etwas schwieriger, realistisch sind wohl zwischen vier und fünf Zentimetern. Zum Vergleich, die Wii U kommt auf 17 x 4,6 x 27 Zentimeter. Dazu gesellt sich allerdings noch das Netzteil, was im Trailer nicht ersichtlich war, ob es wie bei der screenshot-nintendo-switch-12Wii U extern viel Platz wegnimmt oder in die Dockingstation integriert ist. Das Tablet selbst ist ohne Joy-Cons ebenso breit und nur ein wenig höher wie das Dock selbst, mit angedockten Controllern dürfte die Breite dann auf 25 bis 26 Zentimeter zulegen. Ähnlich groß wie das Wii U Gamepad also.

Der Screen schließlich dürfte 7 bis 7,3 Zoll groß sein und damit eine Ecke größer als beim Vorgänger. Devkits sollen dabei wohl auf einen 720p Bildschirm setzen. Bleibt die Frage Touch oder kein Touch? Tatsächlich treibt ein Touchscreen die Kosten für das ganze System kaum in die Höhe. Switch wäre aber nicht nur als Tablet nutzbar, Wii U Ports wären ebenso wesentlich einfacher wie eine mögliche Kompatibilität zu DS und 3DS oder Virtual Console Spiele von beiden Plattformen.

Etwas Spekulation ist seitens des Prozessors angesagt. Gesichert ist hier nur, dass es sich um einen Nvidia Tegra Custom SoC handelt und er auf die gleiche Technik wie Nvidias Gaming Grafikkarten setzt. Angebliche Daten von Entwicklerkits ähneln allerdings eher einem verbesserten Tegra X1 als dem leistungsfähigeren, aber teureren, X2.

Was heißt das für Spieler? Gigaflop Werte kann man nicht einfach so von einer Chiparchitektur auf eine andere übersetzen. Dennoch kann man die Leistung grob einordnen. Switch liegt wahrscheinlich zwischen doppelter Wii U und, bestenfalls, halber Xbox One Leistung. Sehr wahrscheinlich steht die volle Power auch nur im Heimbereich zur Verfügung, denn die vermutete Rechenleistung saugt am besten Akku. Hier würde ein niedriger auflösender Tabletscreen entsprechend viel Sinn machen, die meisten Spieleengines neuerer Bauart skalieren nämlich sehr gut mit screenshot-nintendo-switch-06der Auflösung, halbe Pixelanzahl heißt dann also auch nur halbe Rechenpower.

Ein wichtiger Knackpunkt dürften letztlich die Joy-Cons sein. Da diese sich abtrennen lassen, brauchen sie nicht nur eigene Akkus, die Verbindung zwischen Joy-Cons und Joy-Grip oder Switch Tablet, muss auch regelmäßiges An- und Abklemmen mitmachen.

Bleibt die Kostenfrage. Für welche Summe Switch über die Theke wandert, mag Nintendo zwar noch nicht verraten, Geräte wie Nvidias Shield Tablet können hier aber ebenso erste Anhaltspunkte geben, wie Aussagen von Nintendo Mitarbeitern. So hatte unter anderem Shigeru Miyamoto die Wii U als zum Start zu teuer bezeichnet. Auch andere Aussagen lassen eher auf einen unter 300 Euro Startpreis schließen. Nvidias Shield Tablet wiederum, mit etwas älterem Chip, hat eine UVP von 199,-€. Selbst wenn Nintendo die Hardware subventionieren sollte, tiefer wäre der Preis sicher nicht. Natürlich könnte Nintendo auch mit einer größeren Summe negativ überraschen, 249-299,-€ zum Release scheinen allerdings nicht völlig unsinnig.

Kenn ich schon, oder doch nicht?

Als Wii U Besitzer hab ich aktuell ein Problem. Zelda, Mario Kart, Splatoon. Das kenn ich doch alles. Skyrim wäre vielleicht reizvoll, hätte ich das nicht bereits vor 5 Jahren auf der Xbox 360 gespielt. Klar, da war ein 3D Mario zu sehen. Aber so rein von der Software überzeugt mich das nicht ganz. Aber seien wir mal nicht ganz so streng, der Fokus des Trailers lag auf die Funktionen und Möglichkeiten der Konsole. Zu lange sollte Nintendo aber nicht mit weiteren Spiel-screenshot-nintendo-switch-01Ankündigungen warten, Zelda: Breath of the Wild sieht zwar super aus und spielt sich auch so, etwas mehr darf es aber schon sein.

Gut für Nintendo, dass immerhin schon Just Dance 2017 und auch Dragon Quest XI für Switch angekündigt wurden. Für mich als Spieler ist die Nintendo Switch auf jeden Fall die wesentlich reizvollere Zweitkonsole neben einer Xbox One oder PlayStation 4, als die jeweils andere HD Klonsole. Und nein, das war kein Verschreiber. Ganz sicher überzeugt Switch derzeit nicht jeden. Neben positiven Stimmen findet man im Netz derzeit genug kritische Kommentare. Zurecht? Darüber kann man prima streiten. Nintendo müsste ein anderes Unternehmen sein als es ist, um mit Microsoft und Sony direkt zu konkurrieren. Und Nintendo-Spiele müssten anders sein als sie sind, um wirklich von PlayStation Pro-Power zu profitieren. Gleichzeitig schrumpft der klassische Handheld Markt Jahr für Jahr. Ob Switch hier eine Trendwende bringen kann? Oder schafft Nintendo es gerade so, seine Marktanteile zu konsolidieren? Dennoch, Switch macht genau die Dinge anders, die es neben, aber auch abseits der beiden großen Konsolen, richtig interessant machen können. Was jetzt noch fehlt? Viel frische Software. Please Switch On.

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About The Author

1986, ein strahlender Sommer, ein Freund mit VCS, Schwarzweißfernseher, Space Invaders und Pacman. Seitdem lässt mich das Thema Telespiele nicht mehr los, egal ob Game Boy, Amiga, PlayStation, Xbox oder Wii U. Nicht mal vor dem PC hab ich halt gemacht. Einzig von Sportspielen lass ich generell die Finger.

5 Kommentare on "Nintendo Switch – Wir schalten auf die Next Gen"

  1. Aeon

    Da ist es nun, Nintendos letztes Aufgebot…eine Konsole, die technisch eher schwachbrüstig daherkommt, mit einigen dicken Fragezeichen ausgestattet ist (Akkuleistung unterwegs z.B.) und einem ratlosen Aeon, der sich fragt, ob nicht eh schon zu viele ihren gesamten Tag damit verbringen, die sog. „Aussenwelt“ mittels permanentem Starren auf ein Mobildisplay aus ihrem Kopf auszuschliessen.

    EIn Punkt, der meines Wissens noch nicht zur Sprache kam:
    Wenn Nintendo mit der NX/Switch nun Hoffnungen verbindet, im Mobilspielemarkt eine grössere Rolle spielen zu können, dann ist es doch sehr wahrscheinlich, daß man sich den dortigen Gepflogenheiten in einem gewissen Rahmen anpassen muss, will man wirklich mitspielen und nicht nur auf Null herauskommen. All die unangenehmen Abkassiermodelle und Unarten des Mobilgamings könnten somit auch auf Nintendo abfärben.
    Schliesslich sind wir nicht mehr im GBA-Zeitalter, sondern nahezu jeder läuft mit einem Gerät in der Tasche herum, das eine Million mal mehr Leistung hat wie das Mondlandemodul der Fähre „Eagle“.

    Nintendo wird sich meiner Meinung nach auch mit der Switch schwertun, neue (wohlgemerkt:neue!) Käuferschichten zu erschliessen; vielmehr ist es so, daß sich mit Nintendos Form von kratzbürstigem Traditionalismus die einstmaligen User, wie ich z.B. auch einer war und bis zur Wii alle N-Konsolen mitsamt einem grossen Portfolio an Spielen besitze, nicht mehr „abgeholt“ fühlen.
    Die x-te Neuauflage einer von Nintendos nicht totzukriegenden Spielreihen aus dem „Ooooohh,wie süüüüüüüssss!“-Universum, noch dazu wie bei Starfox´ neuester Version auf der Wuu technisch katastrophal, lockt mich nicht mehr hinter´m Ofen vor. Egal welches „neue“ Kostüm: bei Mario muss ich nur noch gähnen. Auch der grünbehutete Zipfel(mützen)klatscher Link reißt mich nicht mehr vom Hocker, zu eingeschliffen durch gefühlt Jahrzehnte, die ich in Hyrules Dungeons schon verbrachte, ist die Spielmechanik.

    Es tut sich vor allem softwaremässig bei Nintendo kaum etwas: Der Output an Wuu-Software in den letzten zwei Jahren ist mit „marginal“ noch wohlwollend umschrieben, die Qualität noch dazu auch nicht mehr dasselbe wie in „Official Seal of Nintendo“-Zeiten.

    Ich tue mich schwer, dem neuesten Gimmick von Nintendo grössere Chancen auf dem Markt einzuräumen. Sicher wird auch diese Konsole von N ihre Käufer finden…es ist nur die Frage, ob ausser den üblichen Verdächtigen darüber hinaus noch „demand“ für dat Dingen besteht. Und den sehe ich in keiner anderen Käufergruppe…die Leute, die Switch kaufen werden, die würden wohl auch blind kaufen. Alle anderen werden nach der „Wuu-Experience“ mit prostatischem Tröpfel-Output aus der Spieleharnblase eher abwarten, ob die vollmundigen Ankündigungen eines Haufens von 3rd parties und deren Switch-Versorgung dann auch stimmen…oder das ganze nicht schnell wieder in Wuu-Bahnen verläuft.

    Meiner Meinung nach wird die Switch/NX nicht der Erfolg werden, den Nintendo brauchen würde. Das Revolutionäre und Innovative sucht man bei N mittlerweile mit der Lupe. Das Gerät, dessen quasi-offizielle Geburt wir hier miterleben, könnte, wenn es nicht eine Riesenüberrauschung gibt, Nintendos letzte Heimkonsole sein. Mal schauen, wieviele Einheiten des grauen, hässlichen Kästchens, dessen Bildschirmhalterung auf den Fotos verdächtig nach zukünftig öfter zu hörendem „Oh,scheisse,…abgebrochen!“ aussieht, mein örtlicher MM in der Woche nach EVK in den Regalen hat…

    • Michael Meisterfeld Michael Meisterfeld

      Hallo Aeon,

      aus sich der (Hard-) Coregamerschaft mag so einiges davon zutreffen. Allerdings sind das längst nicht alle Spieler. Der Markt ist schon lange wesentlich größer. Man muss nur mal in Richtung Amazons FireTV schielen.
      Auch für unterwegs gibt es immer noch einen Markt abseits der Smartphones.
      Ob Switch nun das richtige System für Nintendo ist? Eine weitere Konsole wie es schon zwei gibt wäre es wohl jedenfalls eher nicht. Denn Nintendo hat, trotz Überschneidungen insgesamt ein doch eher anderes Marktsegment.
      Für den irgendwie sanft entschlafenen Softwarenachschub auf der Wii U gibt es sicher gute Gründe (wie eine Nachfolgekonsole vielleicht). Ergo, Nintendo muss nicht nur liefern, die Chancen dass sie es können stehen gar nicht so furchtbar schlecht.
      Tja, die Nintendo Marken. Gerade das nächste Zelda konnte mich eben doch mehr als positiv überraschen. Das was ich bereits spielen durfte muss natürlich für bis zu 100 Stunden überzeugen, nicht nur für eine halbe.

  2. Podolski_ist_fett_geworden

    Hallo Herr Meisterfeld,

    ein gut geschriebener Artikel. Ich bin froh, dass du dich der Aufgabe angenommen hat. Bei anderen hätte ich bedenken bezüglich der Objektivität.

    Ich denke dass viele die über die Switch meckern, einfach nur kritisieren weil das Gerät von Nintendo ist. Stand heute sind noch viel zu wenig Details bekannt (Leistung, Spiele, Preis, Touchscreen (?), Akkulaufzeit, evtl. mögliche “Fuchtelsteuerung“ usw.), als das man vernünftig über die Konsole urteilen kann.
    Auch wird bei Nintendo immer wieder vergessen, dass dort eine strikte Firmenphilosophie mit familienfreundlichem Leitbild herrscht. Die meisten Meckerköpfe beschweren sich nämlich über Nintendo, weil es wie Nintendo agiert. Dies wäre so, als wenn man Star Wars VII im Kino anguckt und sich beschwert, dass der Film nicht so blutig wie Starship Troopers ist.

    • Aeon

      So,so, wenn man Ex Big N kritisiert, dann natürlich nur weil Nintendo Nintendo ist und sich so verhält…lieber fetter Podolski, auch auf die Gefahr, dein Weltbild nachhaltig zu erschüttern: Kritik meinerseits an Nintendo kommt vornehmlich daher, daß Nintendo eben NICHT mehr wie Nintendo agiert. Seit dem Gamecube krankt diese Firma an lächerlichem Softwareoutput, an fehlenden Qualitätskontrollen für 3rd-party-Spiele (man denke nur mal an die Flut von „Spielen“ auf der Wii zurück, die den Namen Spiel einfach nicht verdienen), an mangelnder Bereitschaft, eine neue Seite im Firmenalmanach aufzuschlagen und wenigstens etwas mit der Zeit zu gehen. Stattdessen eben „familienfreundlich“…was auch immer das heissen mag.
      Tatsache ist, daß Nintendo nun schon seit 3 Konsolengenerationen nicht mehr das tut, was nötig wäre, um abseits von Kiddiequatsch und dem xten Aufguss des xten Aufgusses etwas bieten zu können. Wo ist die Metroid-Reihe, wo sind Spiele , die explizit keine Bonbongrafik mit Zuckerschockgarantie bieten, sondern das Klischee vom Kinderkasten auch mal konterkarieren? Tja…Fehlanzeige; und das wird sich auch mit NX nicht ändern.
      Selbst wenn Nintendo sich dazu durchringt, keinen Mario oder Link in ein „neues“ Game zu pressen, dann wird´s zappenduster…Stichwort Starfox.
      Dieses langsame Sterben und sich dem-Unvermeidlichen-nicht-stellen-wollen kommt mir halt von Sega ziemlich vertraut vor…und da gab´s dann auch einen grossen Paukenschlag und danach war Sega-Hardware Geschichte, obwohl es genügend Leute gab, die der Firma blind gefolgt sind…Parallelen sind leider unübersehbar.

      Ich sehe jedenfalls keinen Grund, positiv in die Zukunft der NX/Switch zu blicken. Das Vertrauen der 3rd Parties hat N mit Wii und Wuu aufs derbste verspielt und es würde mich wundern, gäbe es auf NX/Switch wesentlich mehr Umsetzungen von Toptiteln der 3rd parties. Wird einfach nicht passieren, weil durchschnittliche N-Käufer eben für gewöhnlich auch nur N-Kram kaufen, d.h. Mario, Zelda, Pokemon und all den anderen, bis zur Unkenntlichkeit ausgelutschten Mist.

      Nintendo ist bei den Spiele- und Konsolenherstellern das, was CoD bei den Spielen ist, da beisst die Maus keinen Faden ab. Fehlende Innovation wird mit Tradition entschuldigt, mangelnde Software kommt noch obendrauf. Setzt man mal für eine Sekunde die Fanbrille ab, dann kommt man nicht umhin, Nintendo eher schlechte Chancen auf dem Markt einzuräumen…die die hard-Fans werden sich die Kiste wohl blind kaufen und „ihre“ Firma bis auf´s Blut verteidigen…alle anderen werden wohl bei Switch nur mit den Schultern zucken und zu ihren Spielen auf Box und Playse zurückkehren. Nintendos Magie ist verflogen, der einstige Topdog ist nur noch eine Randnotiz im grossen Business.

      • Podolski_ist_fett_geworden

        Mein lieber Aeon,

        eigentlich warst du überhaupt nicht explizit gemeint. Allerdings hast du alle Sachen die ich geschrieben habe nicht nur bestätigt, sondern auch noch übertroffen… Angefangen damit, dass du in der Einleitung meinen Namen falsch wiedergibst um mich zu beleidigen…
        Anschließend hast du dich mit deiner „Fachlichkeit“ selbst bloßgestellt. Alles was du geschrieben hast, strotzt vor Fehlern und Hass.
        Ein paar Beispiele:
        1. Du behauptest, dass Nintendo seit dem Gamecube einen lächerlichen Softwareoutput hat. Nintendo ist dabei allerdings die Firma, die die meisten Games veröffentlicht. Du musst mal objektiv sein und die Zahl der Spiele von MS, Sony und Nintendo realistisch vergleichen – ohne für Sony und MS die Thirds mitzuzählen!
        2. Du bemängelst fehlende Qualitätskontrolle… Ein schlechter Witz. Gerade Nintendospiele haben wenig Bugs (ich sage nicht, dass sie fehlerfrei sind (das was schon Super Mario Bros. auf dem NES nicht)) aber diese sind – besonders im Vergleich zu Spielen der anderen Herstellern, ziemlich selten. Auch die Qualität der Games ist ungewöhnlich hoch. Nicht nur das es immer wieder Meisterwerke gibt, selbst die „schlechten“ Spiele (Splatoon, Star Fox) sind noch gut und haben viele Fans.
        3. Das Argument, dass Nintendo jetzt in der dritten Konsolengeneration schon nichts außerhalb von“Kiddiequatsch“ (allein das Wort zeigt, dass du ignorant bist) veröffentlicht, beweist das du keine Ahnung hast. Ich gehe mal davon aus, dass du damit GC, Wii und Wii U meinst (Switch ist ja noch nicht zu beurteilen). Da du allerdings nach Metroid schreist, scheint dies für dich kein „Kiddiequatsch“ zu sein. Allerdings ist die Prime Reihe erst auf dem GC entstanden. Also passt deine Rechnung nicht. Insbesondere, wenn man sich mal die Games auf den älteren Konsolen ansieht. Nenn mir doch mal bitte ein Nintendospiel aus der NES, SNES oder N64 Ära, dass nicht deiner Definition von „Kiddiequatsch“ entspricht. Früher war Big N viel extremer. Da wurden Spiele regelmäßig für den westlichen Markt angepasst (wenn sie überhaupt erschienen sind) oder durften nur geschnitten auf Nintendokonsolen erscheinen (Mortal Kombat auf dem SNES).

        Auch solltest du dir mal meinen Beitrag vom Oktober mal richtig durchlesen. Dann wirst du vielleicht feststellen, dass ich über die Switch weder was Positives noch was Negatives geschrieben habe. Ich habe nur gesagt, dass man jetzt noch nicht darüber urteilen kann. Das dann so eine Reaktion von dir kommt, unterstreicht meine Aussage. Keine Ahnung, warum man mit Macht einen Hersteller versucht kaputt zu reden. Mir wäre meine Lebenszeit für dieses unproduktives Verhalten zu schade.

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